Fachsymposium "Low-tech im Gebäudebereich"

17. Mai 2019

Die energie- und klimapolitischen Anforderungen an unsere Gebäude wurden und werden zunehmend strenger. Parallel dazu wachsen die Komfortansprüche der Gebäudenutzer. Daraus folgt häufig ein erhöhter Technisierungsgrad, was zu einem höheren Fehlerrisiko durch die Technik einerseits und durch das Nutzerverhalten andererseits führt.

Das in Kooperation mit der TU-Berlin durchgeführte Symposium hat die heute gebräuchlichen, technikzentrierten Effizienzstrategien im Bereich von Gebäuden kritisch diskutiert. Dafür wurden die derzeitige Situation aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und mögliche alternative Lösungswege skizziert.

Die unerwartet hohe Anzahl von Anmeldungen für diese Veranstaltung, der aktuelle fachliche, öffentliche und politische Diskurs zur Energieeffizienz im Gebäudebereich, sowie die eigenen Erfahrungen aus dem Bereich des Bundesbaus zeigen, dass die Wirksamkeit ausschließlich technikzentrierter Effizienzstrategien in zunehmendem Maße infrage gestellt wird. Die Technisierung von Gebäuden führt dazu, dass Wirkung und Funktion moderner gebäudetechnischer Systeme immer schwieriger zu erfassen sind. So sind die Zusammenhänge zwischen der Regulierung des Innenraumklimas, dem Energieverbrauch und den daraus entstehenden Energiekosten weitgehend intransparent geworden. Gleichzeitig steigt aber die Erwartungshaltung an die Gebäudeperformance. Diese Probleme im Umgang mit modernen, hochtechnisierten Gebäuden betreffen nicht nur den Nutzer, sondern gleichermaßen die Architekten, die Fachplaner und den Gebäudebetrieb. In Folge dessen gelangen auch im BBSR Forschungsthemen wie Rebound-Effekte, Nutzerzufriedenheit und Energieeinsparverhalten, energetisches Monitoring und Betriebsüberwachung, Suffizienz und Nutzerbeteiligung zunehmend in den Fokus. Eine robuste, einfach zu bedienende Klimatisierung von Gebäuden sowie die gezielte Einbindung der an der Nutzung und dem Betrieb beteiligten Akteure in den Planungsprozess und den Gebäudebetrieb scheinen mögliche Lösungswege zu sein, um nicht-intendierte Sekundäreffekte technikzentrierter Effizienzstrategien (wie bspw. Rebound-Effekte) zu reduzieren und gleichzeitig einen Beitrag zum Erreichen der angestrebten Klimaschutzziele im Gebäudebereich zu leisten.

Zwei Sondierungsstudien, die im Rahmen des Forschungsprogramms „Zukunft Bau“ gefördert werden, sollen die diskutierten Inhalte der Veranstaltung aufgreifen und weiter konkretisieren: „Nutzerkomfort durch low-tech Konzepte in Gebäuden“ und „Robuste, nutzerfreundliche und kostengünstige TGA in Gebäuden“. Die Ergebnisse der Studien werden im Frühjahr 2021 vorliegen und als Anlass sowie Grundlage für eine mögliche Fortführung der Veranstaltung dienen.
Die Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung finden Sie auf dem Youtube-Kanal der Technischen Universität Berlin.

Das Veranstaltungsprogramm mit Informationen zu den Vortragenden können Sie durch einen Klick auf das Feld "Programm Download" herunterladen: